Stress lass nach

Beruflich bedingter Stress ist schädlich: Und zwar nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Unternehmen, deren Produktivität darunter leidet.

Immer mehr Menschen leiden am Arbeitsplatz unter aku¬ten Stresserscheinungen. Einerseits stehen immer dünner werdende Personaldecken vor stets zunehmenden Arbeitsmengen. Anderer¬seits weht mittlerweile in den meisten Unter¬nehmen ein rauer Wind: Nicht nur kontinuierlicher Zeitdruck und wachsende Hektik zer¬mürben die Mitarbeiter. Top-down-Hierarchi¬en, sich verschlechternde Arbeitsbedingungen und ein immer häufiger trübes Betriebsklima machen ihnen zusätzlich zu schaffen, wenn ihnen nicht die nackte Angst um den Job im Nacken sitzt.

Um arbeitsbedingten Stress gar nicht erst entstehen zu lassen, tun Unternehmen gut da¬ran, vorbeugende präventive Maßnahmen zu treffen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Stress abzubauen. Als hilf¬reich gegen Stresserscheinungen erweisen sich zudem Entspannungstechniken wie Me¬ditation, autogenes Training oder Yoga. Und schließlich helfen Zeitmanagement und Ar-beitsorganisation, die zu erledigenden Aufga¬ben nach Wichtigkeit zu sortieren und dem-entsprechend zu planen und somit einem zu großen Zeitdruck entgegenzuwirken.

Immer noch wird in Deutschland die be¬triebliche Gesundheitsförderung in Unterneh¬men vielfach als eher unwichtig angesehen. Dies ergab eine Studie aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FH Aachen.

Ergebnis der Studie war, dass die betrieb¬liche Gesundheit einen eher unwichtigen Fak¬tor darstellt. Zu den Themen, die Unterneh¬men im Zusammenhang mit Weiterbildung ihren Beschäftigten anbieten, gehören Inhalte wie Projektmanagement, Unternehmensfüh¬rung oder Teambuilding. Bisher eher weniger Berücksichtigung finden Themen wie Stress¬management, Fitness und Ernährung. Weitere Erkenntnis: Unternehmer und Führungskräf¬te, die sich für betriebliche Gesundheitsfra¬gen interessieren, legen besonderen Wert auf Manager-Check-ups, Work-Life-Balance und gesundheitsorientierte Personalführung.

Und wie sieht es in Unternehmen aus, die Stressmanagement-Maßnahmen einsetzen? Die Studie kommt zu dem Schluss, dass sich nur wenige Verbesserungen zeigen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Betriebe in der Regel keine Budgets für systematische Stress¬management-Konzepte einplanen. Die nega¬tive Folge: Ohne methodisches Vorgehen kann der Transfer des Erlernten in den beruf¬lichen Alltag nicht gelingen und die Nachhal¬tigkeit jeder Maßnahme bleibt aus.
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